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OpenAI sagt, sein erster eigener Chip schlägt Nvidia. Das stimmt sogar – nur nicht ganz so, wie es sich anhört.

OpenAI Jalapeño Chip Nvidia
Frisch verkündet Bloomberg · Axios · Hot Chips 2026 · 25. August 2026
🌶️ Hardware · OpenAI · Nvidia · Broadcom 26. August 2026
Erste Benchmarks bei Hot Chips 2026 vorgestellt · Chip heißt „Jalapeño“

OpenAI Jalapeño Chip Nvidia: Schlägt GB300 im Benchmark

Am 25. August 2026 präsentierte OpenAI die ersten Benchmark-Ergebnisse für „Jalapeño“ – seinen ersten selbst entworfenen KI-Chip, gebaut zusammen mit Broadcom. Im direkten Vergleich schlägt er Nvidias GB300 bei Effizienz und Antwortgeschwindigkeit. Was in den Schlagzeilen oft fehlt: Jalapeño kann nur eine einzige Sache – KI-Modelle ausführen, nicht trainieren. Nvidia bleibt für OpenAI vorerst unersetzlich.

Redaktion it-rex.de  ·  26. August 2026  ·  7 Min. Lesezeit  ·  Quellen: Bloomberg · Axios · OpenAI · CNBC
Getestet gegen
Nvidia GB300
Nicht das neueste Vera-Rubin-Modell
Einsatzbereich
Nur Inference
Kein Training von Modellen
Leistungsaufnahme
~700 Watt
Pro Chip
Geplanter Einsatz
Ende 2026
Erste Systeme, begrenzte Stückzahl
Quelle: OpenAI · Bloomberg · Hot Chips 2026 Presentation · 25. August 2026
700+
Tokens/Sek. pro Nutzer bei DeepSeek R1 (Konkurrenz 1)
1.400
Tokens/Sek. bei Kimi K2.5 & GPT-OSS
10 GW
Gesamtumfang der OpenAI-Broadcom-Partnerschaft
~40 %
Anteil der ersten Produktion, den Microsoft kaufen soll
01 Was OpenAI am 25. August tatsächlich zeigte

Zwei Kategorien, in denen Jalapeño gewinnt – gemessen an einem öffentlichen Branchen-Benchmark

Auf der Chip-Konferenz Hot Chips 2026 präsentierte Richard Ho, Leiter der Chip-Entwicklung bei OpenAI, die ersten öffentlichen Benchmark-Ergebnisse für Jalapeño – getestet mit dem InferenceX-Benchmark des Branchendienstes SemiAnalysis. Verglichen wurde gegen Nvidias GB300, aktuell die Referenzkonfiguration auf diesem Benchmark. Jalapeño gewann in zwei Kategorien: der Menge an KI-Arbeit, die pro Watt Energie verarbeitet werden kann, und der Geschwindigkeit, mit der Antworten zurückgeliefert werden.

Konkret erreichte das Modell DeepSeek R1 auf Jalapeño mehr als 700 Tokens pro Sekunde und Nutzer bei einer Nebenläufigkeit von eins; die Billionen-Parameter-Version von Kimi K2.5 sowie OpenAIs eigenes Open-Source-Modell GPT-OSS kamen auf rund 1.400 Tokens pro Sekunde und Nutzer. Bemerkenswert: Der Leistungsvorsprung wuchs bei größeren Workloads wie dem Kimi-Modell sogar noch – ein Hinweis darauf, dass die Architektur speziell für die Anforderungen moderner, sehr großer Sprachmodelle entworfen wurde.

„Unter dem Strich zeigen die Ergebnisse einen sehr, sehr deutlichen Leistungssprung gegenüber dem aktuellen Stand der Technik. Jalapeño kann mehr KI-Arbeit pro Energieeinheit verarbeiten und gleichzeitig schneller antworten.“

— RICHARD HO, LEITER CHIP-ENTWICKLUNG, OPENAI · HOT CHIPS 2026
02 Was „schlägt Nvidia“ nicht bedeutet

Die drei wichtigen Einschränkungen, die in den meisten Schlagzeilen fehlen

So beeindruckend die Zahlen sind – wer die Meldung richtig einordnen will, sollte drei Details kennen, die OpenAI selbst offen kommuniziert.

⚙️
Nur Inference, kein Training
Jalapeño ist ausschließlich für das Ausführen fertig trainierter Modelle gebaut. Für das Training neuer Modelle bleibt OpenAI weiterhin auf Nvidia-GPUs sowie Chips von AMD angewiesen.
📐
Getestet gegen die vorherige Generation
Der Vergleich lief gegen Nvidias GB300 – nicht gegen die gerade erst ausgelieferte, neuere Vera-Rubin-Generation. Ho selbst räumte ein, dass sich das Wettbewerbsumfeld bis zum vollständigen Einsatz von Jalapeño noch verschieben könnte.
🔬
Herstellereigene Zahlen
Die Benchmarks stammen von OpenAI selbst, nicht von einer unabhängigen dritten Partei. Ein vollständiger technischer Bericht mit Details zur Methodik wurde für die kommenden Monate angekündigt, liegt aber noch nicht vor.
OpenAI Jalapeño Chip Nvidia
03 Wie es dazu kam – von der Ankündigung bis zum ersten Benchmark

Ein Jahr Vorlauf für neun Monate Chip-Entwicklung

13. Okt. 25
Die 10-Gigawatt-Partnerschaft wird verkündet
OpenAI und Broadcom geben eine mehrjährige Zusammenarbeit bekannt: OpenAI entwirft die Beschleuniger, Broadcom fertigt und integriert sie in Server-Racks – Gesamtumfang 10 Gigawatt Rechenleistung, Auslieferung von Mitte 2026 bis Ende 2029.
24. Juni 26
Jalapeño wird erstmals gezeigt
Broadcom-Chef Hock Tan übergibt den ersten Chip persönlich an Sam Altman und Greg Brockman. Design-Zeit: nur neun Monate, unterstützt durch OpenAIs eigene KI-Modelle im Entwurfsprozess.
25. Aug. 26
🌶️ Erste Benchmarks bei Hot Chips 2026
OpenAI veröffentlicht öffentliche Leistungsdaten und positioniert Jalapeño offiziell als schneller und effizienter als Nvidias GB300 in Inferenz-Workloads.

Jalapeño ist Teil eines deutlich größeren Bildes: Broadcom baut inzwischen kundenspezifische KI-Chips für gleich fünf der bedeutendsten Namen der Branche – neben OpenAI auch für Google, Meta, Anthropic und ByteDance. Alle fünf verfolgen dasselbe Ziel: die eigene Abhängigkeit von einem einzigen Zulieferer – Nvidia – zu verringern. Für OpenAI kommt Jalapeño zudem zu einem ohnehin schon gewaltigen Infrastruktur-Portfolio hinzu: ein 500-Milliarden-Dollar-Ausbauplan namens „Stargate“, ein 300-Milliarden-Dollar-Cloud-Vertrag mit Oracle sowie eine separate Vereinbarung mit AMD über 6 Gigawatt GPU-Kapazität.

🏗️
OpenAIs Infrastruktur-Portfolio 2026 im Überblick
$500 Mrd.
„Stargate“-Ausbauplan
$300 Mrd.
Cloud-Vertrag mit Oracle
6 GW
GPU-Kapazität von AMD
10 GW
Eigene Chips mit Broadcom
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04 Was das für die Branche bedeutet

Der eigentliche Kampf verlagert sich von der Rohleistung zur Kostenrechnung

Der tiefere Punkt hinter der Jalapeño-Ankündigung ist weniger ein einzelner Benchmark-Sieg als eine Verschiebung der gesamten Wettbewerbslogik. ASICs wie Jalapeño sind weniger flexibel als Nvidias General-Purpose-GPUs, lassen sich dafür aber exakt auf die eigenen Modelle zuschneiden und günstiger fertigen. Laut einzelnen Berichten soll Jalapeño rund 50 Prozent günstiger im Betrieb sein als vergleichbare Nvidia-Hardware – eine Zahl, die allerdings von OpenAI selbst stammt und noch nicht unabhängig geprüft wurde.

Broadcom-CEO Hock Tan bezeichnete Jalapeño als „erst den Anfang einer mehrgenerationigen Roadmap“. Tatsächlich nähert sich laut Axios bereits die zweite Chip-Generation dem sogenannten Tape-out – dem Punkt, an dem ein Chip-Design final für die Fertigung freigegeben wird –, während an einer dritten Generation bereits gearbeitet wird. Der Rollout selbst erfolgt in Phasen: Prototyp-Tests in Rechenzentren bis Ende 2026, Produktionshochlauf 2027, vollständiger großflächiger Einsatz voraussichtlich in der ersten Hälfte 2028.


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Das Fazit

Jalapeño schlägt Nvidias GB300 in zwei klar definierten Effizienz- und Geschwindigkeitskategorien – das ist ein echter technischer Erfolg für ein Unternehmen, das erst seit neun Monaten eigene Chips entwirft. Es ist aber kein Beweis dafür, dass OpenAI Nvidia den Rücken kehrt: Für das Training seiner Modelle bleibt das Unternehmen weiterhin auf Nvidia- und AMD-GPUs angewiesen, der Vergleich lief gegen eine ältere Nvidia-Generation, und die Zahlen stammen bislang ausschließlich von OpenAI selbst. Der eigentliche Trend dahinter ist trotzdem real und branchenweit: Google, Meta, Anthropic, ByteDance und jetzt OpenAI bauen alle eigene Inferenz-Chips, um zumindest einen Teil ihrer Kostenstruktur aus der Hand eines einzigen Anbieters zu nehmen. Nvidia bleibt vorerst unangefochten beim Training – doch im margenträchtigen Inferenz-Geschäft, wo KI-Modelle täglich milliardenfach ausgeführt werden, wächst die Konkurrenz spürbar.

FAQ – OpenAIs Jalapeño-Chip

Was ist Jalapeño genau?
Jalapeño ist OpenAIs erster selbst entworfener KI-Chip, ein sogenannter „Intelligence Processor“. Entwickelt wurde er zusammen mit Broadcom, das den Chip als ASIC fertigt. Er ist ausschließlich für Inference gebaut – das Ausführen bereits trainierter KI-Modelle, nicht für deren Training.
Schlägt Jalapeño wirklich Nvidias beste Chips?
Nicht ganz. Getestet wurde gegen Nvidias GB300 – ein starkes, aber nicht das neueste Nvidia-Produkt. Die brandneue Vera-Rubin-Generation von Nvidia war zum Testzeitpunkt gerade erst angelaufen und war nicht Teil des Vergleichs.
Kann Jalapeño auch KI-Modelle trainieren?
Nein. Jalapeño ist ausschließlich für Inference optimiert. Für das Training neuer Modelle bleibt OpenAI weiterhin stark von Nvidia- und AMD-GPUs abhängig.
Wann wird Jalapeño produktiv eingesetzt?
OpenAI plant, ab Ende 2026 erste Systeme mit Jalapeño-Chips in begrenzter Stückzahl einzusetzen. Der volle Produktionshochlauf ist für 2027 geplant, ein großflächiger Einsatz für die erste Hälfte 2028.
Wie groß ist die OpenAI-Broadcom-Partnerschaft insgesamt?
Die im Oktober 2025 verkündete Zusammenarbeit umfasst insgesamt 10 Gigawatt an kundenspezifischen KI-Beschleunigern, mit Auslieferung von Mitte 2026 bis Ende 2029. Microsoft soll rund 40 Prozent der ersten Produktionscharge abnehmen.
Ist OpenAI das einzige Unternehmen, das eigene KI-Chips bei Broadcom entwickeln lässt?
Nein. Broadcom entwickelt kundenspezifische KI-Chips für insgesamt fünf große Kunden: OpenAI, Google, Meta, Anthropic und ByteDance – alle mit dem Ziel, die eigene Abhängigkeit von Nvidia-GPUs zu verringern.
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