Apple CEO Wechsel John Ternus: Tim Cook tritt zurück
Am 1. September 2026 übernahm John Ternus offiziell als CEO von Apple – ein Ingenieur, der seit 25 Jahren im Unternehmen arbeitet und zuletzt die Hardware-Entwicklung leitete. Tim Cook, der Apple seit 2011 führte und länger im Amt war als selbst Steve Jobs, wechselt in die Rolle des Executive Chairman. Sein erster großer Auftritt als CEO: Ternus wird kommende Woche persönlich das neue iPhone-Lineup vorstellen.
„Die größte Ehre meines Lebens“ – Cooks Abschiedsworte
Bereits im April 2026 hatte Apple angekündigt, was am 1. September 2026 nun offiziell vollzogen wurde: Tim Cook übergibt den CEO-Posten an John Ternus, bisheriger Senior Vice President für Hardware-Entwicklung, und wechselt selbst in die Rolle des Executive Chairman. Die Entscheidung des Board of Directors fiel einstimmig, nach einem – wie Apple es selbst formulierte – „durchdachten, langfristigen Nachfolgeprozess“. Auch Arthur Levinson, seit 15 Jahren nicht-exekutiver Chairman von Apple, wechselte zum selben Datum in die neue Rolle des Lead Independent Director.
Cooks eigene Worte zum Abschied ließen wenig Zweifel an der emotionalen Bedeutung dieses Moments für ihn persönlich: Es sei „die größte Ehre meines Lebens“ gewesen, Apple führen zu dürfen, sagte er – und dankbar für ein Team „so genialer, innovativer, kreativer und zutiefst fürsorglicher Menschen“, die unermüdlich daran gearbeitet hätten, das Leben der Menschen zu bereichern. Apple-Chairman Levinson würdigte Cooks Amtszeit als „beispiellose und herausragende Führung“, die Apple zum „weltbesten Unternehmen“ gemacht habe.
„Ich bin demütig, in diese Rolle einzutreten, und ich verspreche, mit denselben Werten und derselben Vision zu führen, die diesen besonderen Ort seit einem halben Jahrhundert prägen.“
— JOHN TERNUS, NEUER CEO VON APPLE · 1. SEPTEMBER 2026
25 Jahre im Unternehmen, ein Faible fürs Rennfahren – und exakt Cooks Alter beim eigenen Amtsantritt
John Ternus ist kein externer Quereinsteiger, sondern ein Apple-Urgestein: Der Maschinenbauingenieur, ausgebildet an der University of Pennsylvania, arbeitet seit 25 Jahren im Unternehmen. Seit 2021 leitete er als Senior Vice President die gesamte Hardware-Entwicklung – zuvor hatte er bereits maßgeblich an der Entwicklung von Apple Watch, AirPods, iPad Pro und Vision Pro mitgewirkt. Im Januar 2026 übernahm er zusätzlich Verantwortung für Apples Produktdesign, was Branchenbeobachter schon damals als deutliches Signal für seine bevorstehende CEO-Nominierung werteten.
Eine kleine, aber sprechende Randnotiz: Ternus ist mit 50 Jahren genauso alt, wie Cook war, als er selbst 2011 CEO wurde – ein Umstand, den viele Beobachter als bewusstes Signal interpretieren, dass Apple erneut auf eine sehr lange Amtszeit setzt. Abseits des Büros ist Ternus bekennender Motorsport-Fan: Er fährt seinen eigenen Porsche auf Rennstrecken wie dem kalifornischen Laguna Seca und nimmt gerne Kollegen mit zu Off-Road-Rallyes im Bundesstaat Washington – ein Hobby, das so gar nicht zum Klischee des zurückhaltenden Apple-Managers passen will.

Von 350 Milliarden auf 4,6 Billionen Dollar – und länger im Amt als Steve Jobs selbst
Die reine Zahl dahinter ist kaum zu fassen: Als Cook 2011 die Nachfolge von Steve Jobs antrat, war Apple rund 350 Milliarden Dollar wert. Bei seinem Abschied 2026 lag die Marktkapitalisierung bei etwa 4,6 Billionen Dollar – ein Wertzuwachs, der Apple über weite Strecken seiner Amtszeit zum wertvollsten Unternehmen der Welt machte. Im August 2026 überschritt Cook zudem eine besondere Marke: Mit über 5.090 Tagen im Amt führte er Apple länger als Steve Jobs selbst.
Cooks Vermächtnis ist dabei weniger das eines Visionärs im Jobs’schen Sinne als das eines herausragenden Betriebsführers: Unter seiner Leitung baute Apple sein Dienstleistungsgeschäft (App Store, Apple Music, iCloud und mehr) zu einem eigenständigen Milliarden-Umsatzträger aus, perfektionierte eine der komplexesten Lieferketten der Weltwirtschaft und brachte mit AirPods und Apple Watch zwei der erfolgreichsten neuen Produktkategorien seit dem iPhone selbst auf den Markt. Sein Rücktritt, betonte Apple ausdrücklich, stehe in keinerlei Zusammenhang mit der aktuellen Unternehmensleistung, sondern folge einem lange geplanten, geordneten Übergang.
Ternus übernimmt in einem Moment, den Beobachter mit 2007 vergleichen
Der Zeitpunkt des Übergangs ist alles andere als beliebig gewählt – und alles andere als bequem. Beobachter beschreiben die aktuelle KI-Welle als größten Umbruch für die Tech-Branche seit Steve Jobs 2007 das erste iPhone vorstellte. Ausgerechnet in diesem Umfeld musste sich Apple zuletzt Kritik gefallen lassen, im Vergleich zu Wettbewerbern wie OpenAI, Google oder Anthropic bei eigenen KI-Funktionen hinterherzuhinken – trotz eines weiterhin außergewöhnlich starken iPhone- und Dienstleistungsgeschäfts.
Ternus‘ erste große öffentliche Bewährungsprobe als CEO lässt dabei nicht lange auf sich warten: Bereits in der kommenden Woche wird er persönlich das neue iPhone-Lineup auf der Bühne in Cupertino vorstellen – vermutlich inklusive des seit Monaten erwarteten faltbaren iPhone Ultra, über dessen erste interne Testberichte wir bereits berichtet hatten. Für einen CEO, der sein gesamtes berufliches Leben in der Hardware-Entwicklung verbracht hat, könnte der Einstand kaum passender sein.
Selten fällt ein Führungswechsel bei einem der wertvollsten Unternehmen der Welt so geordnet und so lange im Voraus geplant aus wie dieser: keine überraschende Ablösung, kein Machtkampf, sondern ein Übergang, der bereits im Frühjahr angekündigt und im Detail vorbereitet wurde. Für Apple bedeutet das Stabilität in einer Phase, in der Stabilität selten ist – gleichzeitig übernimmt mit John Ternus erstmals seit Jahrzehnten wieder ein reiner Hardware-Ingenieur die Unternehmensspitze, in genau jenem Moment, in dem Software und KI über die Zukunft der Branche entscheiden dürften. Ob sich das als Vorteil oder als blinder Fleck erweist, wird sich schneller zeigen als bei den meisten CEO-Wechseln – schon in der kommenden Woche, auf derselben Bühne, auf der Apple seine Zukunft seit Jahren verkündet.






