Tesla fliegendes Auto: Was der Roadster wirklich kann
Am 15. Oktober 2026 hat Tesla nach fast neun Jahren Verzögerung den neuen Roadster vorgestellt. Auf einer SpaceX-Teststrecke in Texas fuhr das Auto kopfüber eine Rampe entlang, sprang über parkende Autos und drehte sich in der Luft. Elon Musk sagte, die Zukunft habe „doch fliegende Autos“. Dieser Artikel trennt, was auf der Bühne zu sehen war, was Tesla nur angibt und was bis heute offen ist. Ein Preis wurde nicht genannt, die Produktion soll 2028 beginnen.
Ein Auto, das neun Jahre auf sich warten ließ
Tesla zeigte den Roadster zum ersten Mal im November 2017 und versprach damals Auslieferungen ab 2020. Die kamen nie. In diesem Jahr jagte ein Termin den nächsten: Musk versprach die Vorstellung für April, dann für Ende April, dann für die Zeit nach den Quartalszahlen. Danach wurde die Demo auf August und schließlich auf den 1. Oktober gelegt. Zuletzt verschob Tesla den Termin um zwei Wochen und nannte das Wetter am SpaceX-Testgelände als Grund.
Am Donnerstagabend, dem 15. Oktober, lief dann der Livestream. Laut Berichten von Engadget, Electrek und Fox Business fand er auf der SpaceX-Teststrecke in McGregor, Texas, statt. Zu sehen war ein Roadster, der mit Hilfe von Ventilatoren, die ihn an den Boden saugen, eine Rampe hinauffuhr und kopfüber blieb. In einem zweiten Durchgang drehte er sich in der Luft. Später sprang er mit Schubdüsen über eine Reihe von Tesla-Fahrzeugen und überschlug sich dabei. Musk sagte, das Auto verwende einen wiederaufladbaren Drucklufttank und kein „spezielles Treibmittel“.
„Es ist nicht unbedingt ein auf Sicherheit optimiertes Auto.“
— ELON MUSK ÜBER DEN NEUEN ROADSTER, LIVESTREAM VOM 15. OKTOBER 2026Dieser Satz steht in mehreren Berichten und ist ehrlicher als vieles, was in den Überschriften steht. Er beschreibt gut, worum es hier geht: um ein Demonstrationsfahrzeug und um sehr teure Sonderausführungen, nicht um ein Familienauto, das im Alltag fliegt.
Was belegt ist und was nicht
Bei diesem Thema lohnt es sich, jede Aussage nach ihrer Herkunft zu sortieren. Die folgende Übersicht stützt sich auf mehrere Berichte vom 15. und 16. Oktober. Unabhängig überprüft hat bisher niemand etwas: Alle Zahlen stammen von Tesla oder Musk, und die Vorführung war eine von Tesla organisierte Show.
| Aussage | Stand | Einordnung |
|---|---|---|
| Das Auto fuhr kopfüber eine Rampe entlang | Im Stream gezeigt | Durch Saugventilatoren, laut Tesla und Musk. Dauer: einige Sekunden |
| Es sprang über Fahrzeuge und überschlug sich | Im Stream gezeigt | Mehrere Berichte beschreiben es übereinstimmend |
| Es „fliegt“ | Unklar | Gezeigt wurden kurze Sprünge und Flugphasen. Flugdauer und Flughöhe wurden nicht genannt |
| Von 0 auf 60 mph in 0,81 Sekunden | Tesla-Angabe | Im Stream gemessen, aber nicht unabhängig geprüft. Welche Variante lief, bleibt unklar |
| Spitze über 230 mph | Tesla-Angabe | Laut Electrek nur für die Rocket-Variante. Auf Nachfrage soll „mindestens 235 mph“ genannt worden sein |
| Schubdüsen liefern das Vier- bis Fünffache der Reifenkraft | Tesla-Angabe | Erklärung von Tesla, warum die Beschleunigung so hoch ist |
| Reichweite über 300 Meilen | Tesla-Angabe | Laut Electrek nachträglich auf X genannt, nicht im Stream |
| Produktionsbeginn 2028 | Tesla-Angabe | Musk: „2028, tatsächlich“. Frühere Termine wurden nie eingehalten |
| Kaufpreis | Nicht genannt | Schätzungen in Medien sind Spekulation |
| Straßenzulassung der Flugfunktion | Nein / unklar | Teslas Seite sagt, die Rocket-Version sei nicht für öffentliche Straßen zugelassen |
Zwei Details aus dem Stream verdienen eine eigene Erwähnung. Erstens: Engadget berichtet, dass bei einem Sprung ein Optimus-Roboter auf dem Fahrersitz saß, das Auto aber vorprogrammiert fuhr. Dezeen schreibt ebenfalls, die Vorführung sei eine vorprogrammierte Abfolge ohne Fahrer gewesen. Zweitens: Musk sagte laut Engadget vorab, die Demo brauche ein Live-Publikum, um zu zeigen, dass es „nicht KI“ sei, und dass sie „wahrscheinlich funktionieren“ werde. Beides spricht dafür, dass es eine kontrollierte Show war.

Nur die teuersten Versionen können das, was im Stream zu sehen war
Der wichtigste Punkt, der in den Schlagzeilen oft fehlt: Das „fliegende Auto“ ist nicht das normale Auto. Tesla bietet laut Electrek, Engadget und Yahoo Autos drei Ausführungen an. Thrust und Rocket sind Zusatzpakete („Augments“) auf Basis des Performance-Modells.
Die Zahlen zur Beschleunigung und zur Ausstattung stammen aus einem Thread, den Tesla nach dem Stream auf X veröffentlicht hat, und wurden von Electrek zusammengefasst. Tesla bestätigt auf der eigenen Seite, dass die Rocket-Variante nur auf Einladung und nicht in allen Regionen angeboten wird. Die 50.000 Dollar für Performance entsprechen dem Betrag, den Tesla schon 2017 verlangt hat. Ob die Anzahlungen für Thrust und Rocket zurückerstattet werden, geht aus unseren Quellen nicht hervor. Nur die ersten 5.000 Dollar bezeichnet Tesla als vollständig erstattungsfähig.
Kaltgas statt Rakete, und eine Rechnung, die offenbleibt
Technisch beruht der Antrieb nicht auf Raketentreibstoff, sondern auf Druckluft. Laut MotorTrend, zitiert von Yahoo Autos, stammen die Düsen von SpaceX und werden aus einem Druckbehälter mit etwa 10.000 psi gespeist. Electrek berichtet, dass diese Behälter aus kohlefaserumwickelten Tanks (COPV) bestehen, die den freien Raum im Fahrzeug füllen. Je mehr Gas, desto mehr „Flugzeit“, so Tesla. Die Tanks lassen sich laut Tesla ohne Treibstoff wieder auffüllen.
Hier liegt die eigentliche Unsicherheit. Weder in den Berichten noch bei Tesla finden sich Angaben dazu, wie lange das Auto in der Luft bleiben kann, wie hoch es steigt oder wie schwer die Tanks sind. Das Wort „Flug“ ist deshalb mit Vorsicht zu lesen: Gezeigt wurden Sprünge und Drehungen, bei denen das Auto über mehrere Sekunden in der Luft war, kein langes Schweben. Wer an Fluggeräte denkt, die Strecken zurücklegen, liegt falsch. Wer an ein Auto denkt, das mit Hilfe von Düsen springt und sich dreht, liegt näher an dem, was die Quellen beschreiben.
Was sich gegenüber 2017 geändert hat
Wer 2017 reserviert hat, bekam ein anderes Auto in Aussicht gestellt. Damals nannte Tesla vier Sitze, rund 620 Meilen Reichweite und eine Spitze von etwa 250 mph. Heute sind es höchstens zwei Sitze, mehr als 300 Meilen und eine Höchstgeschwindigkeit von über 230 mph, die laut Electrek nur für die Rocket-Variante gilt.
| Merkmal | 2017 versprochen | 2026 angegeben |
|---|---|---|
| Sitzplätze | 4 (2+2) | Höchstens 2, die Rocket-Variante hat 1 |
| Reichweite | ca. 620 Meilen | Über 300 Meilen |
| Höchstgeschwindigkeit | über 250 mph | Über 230 mph (laut Electrek nur Rocket) |
| 0 auf 60 mph | 1,9 s | Performance unter 1,6 s, Thrust unter 0,9 s, Rocket unter 0,59 s |
| Auslieferung | ab 2020 | ab 2028 |
Das Muster ist offensichtlich: Bei Beschleunigung ist der neue Roadster deutlich besser als das Versprechen von damals, bei Reichweite und Sitzen deutlich schlechter. Electrek, das die Vorstellung kritisch begleitet, weist darauf hin, dass die spektakulären Stunts nur mit den begrenzten Sonderversionen möglich sind und dass sich Käufer fragen müssen, was sie mit ihrer Anzahlung von 2017 gekauft haben. Den Hinweis sollte man ernst nehmen. Electrek legt offen, dass der Autor selbst zwei Founders-Series-Reservierungen aus dem alten Programm hält.
Hype von Fakten trennen – auch bei Technik-Entscheidungen im Unternehmen
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Beratung anfragen →Was bleibt, wenn man die Show abzieht
- Die Technik ist real: Kaltgas-Düsen, Saugventilatoren und aktive Flügel wurden öffentlich vorgeführt
- Die Beschleunigung im Stream war außergewöhnlich, auch wenn sie nicht unabhängig geprüft ist
- Morningstar-Analyst Seth Goldstein sieht das Auto als neues „Halo-Auto“ für Tesla, das bisher kein Hochleistungsmodell als Aushängeschild hatte
- Kein Preis, keine Angaben zu Flugdauer, Flughöhe und Gewicht der Tanks
- Die Flugfunktion gibt es nur in begrenzten oder nur auf Einladung angebotenen Versionen, ohne Straßenzulassung
- Teslas Terminbilanz: 2020 versprochen, 2026 mehrfach verschoben, jetzt 2028 versprochen
- Musk selbst räumte ein, dass der Erfolg nicht garantiert ist
Auch die geschäftliche Rolle ist bemerkenswert klein. Musk nannte den Roadster 2023 selbst eine „Kleinigkeit“. Tesla verlagert seinen Schwerpunkt zunehmend auf selbstfahrende Autos und Robotik, und Musk sagte im Stream, der Roadster werde das einzige manuell gefahrene Auto in Teslas Programm sein. Für Teslas Geschäft entscheidet sich die Zukunft also kaum hier, und für Käufer in Deutschland ist offen, ob und wann die Autos überhaupt angeboten werden. Dazu äußerte sich Tesla nicht.
Stand 16. Oktober 2026 ist belegt, dass Tesla einen Roadster mit Schubdüsen vorgeführt hat, der kopfüber fuhr, über Autos sprang und sich in der Luft drehte. Offen bleibt, ob das Auto im üblichen Sinn fliegen kann: Flugdauer, Flughöhe und der Aufwand dafür sind nicht bekannt, die Vorführung war vorprogrammiert, und die Leistungsdaten stammen allein von Tesla. Fest steht auch, dass die Fähigkeiten nur den teuersten Sonderversionen vorbehalten sind, die nicht für öffentliche Straßen zugelassen sind. Reichweite und Sitzplätze liegen deutlich unter dem Versprechen von 2017, ein Preis fehlt, und Tesla hat bei diesem Auto bisher nie Wort gehalten. „Fliegende Autos sind real“ ist als Satz eine Schlagzeile. Ob es ein Produkt wird, entscheidet sich frühestens 2028.
FAQ – Tesla Roadster und das fliegende Auto
Kann der neue Tesla Roadster wirklich fliegen?
Wie funktioniert der Antrieb?
Was kostet der Tesla Roadster?
Wann kommt der Roadster auf den Markt?
Darf man mit dem fliegenden Roadster auf der Straße fliegen?
Wie schnell ist der Roadster?
Gibt es den Roadster auch in Deutschland?
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