Uber Stellenabbau Robotaxis: 3.300 Jobs gestrichen
Am 2. September 2026 kündigte Uber-CEO Dara Khosrowshahi in einer internen E-Mail an, rund 3.300 Arbeitsplätze zu streichen – etwa 10 Prozent der weltweiten Belegschaft. Es ist der größte Stellenabbau seit der Pandemie. Anders als 2020 reagiert Uber diesmal nicht auf einen Nachfrage-Einbruch, sondern auf eigene Wachstumszahlen – und auf eine mehr als 10 Milliarden Dollar schwere Wette auf eine autonome Zukunft.
„Mehr Ebenen, mehr Abstimmung, mehr fragmentierte Verantwortung“
In einer E-Mail an die Belegschaft, die Bloomberg vorlag, begründete Khosrowshahi den Schritt mit dem eigenen Wachstum des Unternehmens: Die vergangenen Jahre hätten „mehr Ebenen, mehr Abstimmungsaufwand, mehr fragmentierte Verantwortlichkeiten“ geschaffen – Strukturen, die bei einem kleineren Unternehmen sinnvoll gewesen seien, dem heutigen Uber in seiner aktuellen Größe aber nicht mehr dienten. Konkret sollen die Managementebenen um 20 Prozent reduziert werden; einige der betroffenen Führungskräfte sollen laut einer Unternehmenssprecherin in Fachrollen als Individual Contributor wechseln, statt das Unternehmen zu verlassen. Wie viele der 3.300 Stellen auf Führungskräfte und wie viele auf andere Positionen entfallen, teilte Uber nicht im Detail mit.
Zusätzlich reduziert Uber die Zahl der kleinsten „Mikro-Teams“ – Gruppen mit nur ein oder zwei direkt unterstellten Mitarbeitenden – um rund die Hälfte, und kürzt gezielt bei Positionen, die mehr als sieben Hierarchieebenen von der Unternehmensspitze entfernt liegen. Auch bei den Arbeitsbedingungen ändert sich einiges: Der Anteil vollständig remote arbeitender Mitarbeiter soll auf etwa 1 Prozent sinken, während Uber verstärkt auf Präsenzarbeit in Büros wie San Francisco und New York setzt.

Der entscheidende Unterschied zu den Kürzungen von 2020
Mit rund 3.300 gestrichenen Stellen ist dies der größte Stellenabbau bei Uber seit Mai 2020, als das Unternehmen inmitten des pandemiebedingten Nachfrage-Einbruchs etwa 6.700 Arbeitsplätze strich. Der wesentliche Unterschied: 2020 reagierte Uber auf eine akute Geschäftskrise. 2026 wächst das Unternehmen tatsächlich weiter – der Umsatz stieg zwischen 2024 und 2025 um 18 Prozent auf 52 Milliarden Dollar, im zweiten Quartal 2026 lag das Wachstum bei 12 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar, wenn auch etwas verlangsamt gegenüber den Vorquartalen.
„Die Einsparungen, die wir dadurch erzielen, wollen wir in Wachstum, Innovation und jene Fähigkeiten reinvestieren, die in den kommenden Jahren am wichtigsten sein werden.“
— DARA KHOSROWSHAHI, CEO UBER · INTERNE MITTEILUNG, 2. SEPTEMBER 2026Über 10 Milliarden Dollar für die autonome Zukunft
Khosrowshahi selbst machte KI nicht öffentlich für den Stellenabbau verantwortlich – anders als viele andere Tech-Konzerne, die Entlassungen zuletzt direkt mit KI-bedingten Effizienzgewinnen begründeten. Stattdessen verwies er auf Investitionen in „Fahrer, Kuriere und Händler“ sowie den Aufbau einer „autonomen Zukunft“. Uber hat sich verpflichtet, in den kommenden Jahren mehr als 10 Milliarden Dollar in Robotaxi-Partnerschaften zu investieren – unter anderem über Beteiligungen an Unternehmen wie Avride und Lucid Group – mit dem Ziel, die eigene Plattform zur zentralen Anlaufstelle für autonomes Fahren zu machen, unabhängig davon, welcher Anbieter die Fahrzeuge stellt.

Ein neues Büro in Rio, ein Tesla-Event in Austin – und ein auffälliges Gehaltsverhältnis
Der Zeitpunkt der Ankündigung wirft ein paar bemerkenswerte Nebendetails auf. Erst sieben Tage zuvor hatte Uber ein neues Engineering-Zentrum in Rio de Janeiro eröffnet – ein Hinweis darauf, dass es sich bei den aktuellen Kürzungen weniger um pauschale Sparmaßnahmen handelt als um eine gezielte Verschiebung, wo und wie das Unternehmen Personal einsetzt. Zeitlich fällt die Ankündigung zudem in dieselbe Woche, in der Tesla in Austin, Texas, eine Veranstaltung zu seinem eigenen Robotaxi-Fahrzeug „Cybercab“ abhält – ein Signal für den branchenweiten Wettlauf um autonome Mobilität, in dem sich Uber nun stärker als reine Vermittlungsplattform zwischen verschiedenen Robotaxi-Anbietern positionieren will, statt selbst Fahrzeuge zu entwickeln.
Ein Detail, das in der öffentlichen Diskussion um die Kürzungen ebenfalls Beachtung fand: Laut dem Executive Paywatch Tracker des US-Gewerkschaftsdachverbands AFL-CIO verdiente Khosrowshahi 2025 das 360-fache des durchschnittlichen Uber-Mitarbeitergehalts – ein Kontrast, der angesichts der jetzigen Entlassungswelle für zusätzliche Diskussionen sorgt. An der Börse reagierten Investoren zunächst positiv: Die Uber-Aktie legte im vorbörslichen Handel um mehr als 2 Prozent zu, bleibt für das laufende Jahr insgesamt aber weiterhin rund 8 Prozent im Minus.
Uber vollzieht hier keinen klassischen Krisen-Stellenabbau, sondern eine bewusste Wette: Kapital und Personal weg von internen Verwaltungsebenen und hin zu einem Markt zu verschieben, der heute noch klein ist, aber nach Einschätzung des Managements über die kommende Dekade über die Zukunft des Unternehmens entscheiden könnte. Für die betroffenen 3.300 Beschäftigten ist das eine schmerzhafte Realität unabhängig davon, wie die Bilanz insgesamt aussieht. Für Beobachter der Branche ist der eigentlich interessante Punkt, dass Uber sich nicht als Hersteller eigener Robotaxis positioniert, sondern als neutrale Vermittlungsplattform zwischen konkurrierenden Anbietern – eine Wette darauf, dass am Ende weniger entscheidend ist, wer die autonomen Fahrzeuge baut, als wer die Nachfrage danach organisiert.
FAQ – Ubers Stellenabbau 2026
Wie viele Stellen streicht Uber genau?
Ist das der größte Stellenabbau in Ubers Geschichte?
Reagiert Uber mit den Kürzungen auf schlechte Geschäftszahlen?
Sind die Entlassungen durch den Einsatz von KI begründet?
Wie viel investiert Uber in Robotaxis?
Baut Uber selbst Robotaxis?
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