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Nvidia hat wieder alle Erwartungen übertroffen. Der Mann, der 2008 den großen Crash vorhersagte, hatte genau das prognostiziert – und bleibt trotzdem bei seiner Wette gegen die Aktie.

Nvidia Quartalszahlen Michael Burry
Zahlen veröffentlicht Nvidia Newsroom · Bloomberg · Yahoo Finance · 26. August 2026
Q2 FY2027 übertrifft jede Erwartung · Ein bekannter Investor sagte das voraus – und wettet trotzdem dagegen

Nvidia Quartalszahlen Michael Burry: Beat trotz Short-Wette

Am 26. August 2026 meldete Nvidia für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar – 106 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch vor der Veröffentlichung hatte „Big Short“-Investor Michael Burry genau dieses Ergebnis öffentlich als „lights out“ bezeichnet. Seine Konsequenz daraus: eine noch größere Short-Position gegen genau dieses Unternehmen.

Redaktion it-rex.de  ·  27. August 2026  ·  8 Min. Lesezeit  ·  Quellen: Nvidia Newsroom · Bloomberg · Yahoo Finance · 24/7 Wall St.
Umsatz Q2
$96,2 Mrd.
+106 % YoY · über Erwartung
Gewinn je Aktie
$2,22
Erwartet: $2,09
Bekanntester Kritiker
Michael Burry
„Shades of Enron“
Marktkapitalisierung
~$5,2 Bio.
Vor Veröffentlichung der Zahlen
Quelle: NVIDIA Newsroom, Finanzbericht Q2 FY2027 · 26. August 2026
$105,8–110,1 Mrd.
Umsatzprognose für Q3 FY2027
70 %
Erwartetes Umsatzwachstum FY2028 laut Nvidia
45 %
Von Analysten für FY2028 erwartetes Wachstum
21 %+
Anteil von Burrys Portfolio in Short-Positionen
01 Die Zahlen selbst – ein Quartal, das jede Erwartung sprengte

96,2 Milliarden Dollar Umsatz, und die eigene Prognose lag deutlich zu niedrig

Nvidia hatte für das zweite Quartal selbst eine Umsatzspanne von 91,0 Milliarden Dollar (plus/minus 2 Prozent) in Aussicht gestellt – ausdrücklich ohne jegliche Rechenzentrums-Umsätze aus China. Am Ende lieferte das Unternehmen 96,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 Prozent zum Vorquartal und 106 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,22 Dollar, verglichen mit einer Analystenerwartung von 2,09 Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal.

Noch bemerkenswerter als der reine Rückblick war der Ausblick: CFO Colette Kress kündigte im anschließenden Earnings Call ein erwartetes Umsatzwachstum von rund 70 Prozent für das Geschäftsjahr 2028 an – deutlich über den von Analysten veranschlagten rund 45 Prozent. Für das laufende dritte Quartal stellte Nvidia eine Umsatzspanne von 105,8 bis 110,1 Milliarden Dollar in Aussicht.

„Wir haben Lieferkapazität für 70 Prozent Wachstum. Unsere Nachfrage ist deutlich höher als das.“

— JENSEN HUANG, CEO NVIDIA · EARNINGS CALL, 26. AUGUST 2026
02 Warum diese Zahlen nicht im luftleeren Raum stehen

Eine siebentägige Verlustserie, dann eine Erholung, dann die Zahlen

Der Kontext vor der Veröffentlichung war angespannter, als die Rekordzahlen vermuten lassen. Die Nvidia-Aktie hatte zuvor eine siebentägige Verlustserie hinter sich – die längste seit 2022 –, ausgelöst durch branchenweite Zweifel, ob sich die gewaltigen KI-Infrastruktur-Investitionen der Tech-Konzerne tatsächlich auszahlen. Erst am Dienstag vor der Veröffentlichung erholte sich die Aktie um rund 2,19 Prozent. Im gesamten August war der Kurs dennoch von 200,75 Dollar Ende Juli auf 214,72 Dollar am 21. August gestiegen – ein Plus von rund 7 Prozent, bei einer Marktkapitalisierung von etwa 5,2 Billionen Dollar.

Nach Veröffentlichung der Zahlen zog die Aktie im nachbörslichen Handel weiter an. Laut Bloomberg stiegen die Futures auf den technologielastigen Nasdaq 100 am Folgetag um etwa 1 Prozent – ein Signal, dass Nvidias optimistischer Ausblick zumindest kurzfristig die Sorge dämpfte, der KI-Investitionsboom verliere an Schwung.

📈
Die Bullen-Sicht
Reales Umsatzwachstum von 106 % YoY, eine Prognose deutlich über den eigenen Vorgaben und eine noch optimistischere Wachstumsansage für 2028 – gemessen an harten Zahlen, kein Hype.
⚖️
Die Vorsicht
Die Guidance klammert Rechenzentrums-Umsätze aus China ausdrücklich aus – ein Hinweis auf anhaltende geopolitische Unsicherheit, die das Wachstum zusätzlich hätte beschleunigen können.
🐻
Die Bären-Sicht
Kritiker wie Michael Burry verweisen auf die Finanzierungsstruktur hinter dem Wachstum selbst – nicht auf die operative Leistung, sondern darauf, wie ein Teil der Nachfrage überhaupt zustande kommt.
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03 Der Mann, der die Zahlen richtig vorhersagte – und trotzdem dagegen wettet

Michael Burrys Wette: „Lights out“-Zahlen erwartet, trotzdem short

Vielleicht die ungewöhnlichste Randnotiz des Quartals: Michael Burry, Gründer von Scion Asset Management und bekannt geworden durch seine frühzeitige Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008, sagte bereits am 24. August auf seinem Substack „Cassandra Unchained“ ein „lights out“-Ergebnis für Nvidia voraus – exakt das, was zwei Tage später eintraf. Seine Schlussfolgerung daraus war jedoch keine Kurskorrektur seiner eigenen Position, sondern das Gegenteil: Laut eigenen Angaben hält er weiterhin Short-Positionen gegen Nvidia, ergänzt um Micron, Oracle, Palantir, Nebius, den iShares-Halbleiter-ETF sowie den Invesco QQQ Trust – zusammen über 21 Prozent seines gesamten Portfolios, ohne Optionen mitgerechnet.

Sein Hauptkritikpunkt richtet sich nicht gegen die operative Nachfrage nach Nvidia-Chips, sondern gegen die Finanzierungsstruktur dahinter. Anfang August hatte er ein 500-Milliarden-Dollar-KI-Infrastruktur-Finanzierungspaket, bei dem Nvidia Berichten zufolge 25-Prozent-Beteiligungen übernimmt und Restwertgarantien beim Chip-Kauf seiner eigenen Kunden bereitstellt, öffentlich als „Wall-Street-Trick“ bezeichnet – mit, in seinen eigenen Worten, „Anklängen an Enron“. Seine Sorge: Ein Teil der beeindruckenden Umsatzzahlen entstehe durch zirkuläre Finanzierungskonstruktionen, bei denen Nvidia seinen eigenen Kunden das Kapital zur Verfügung stellt, mit dem diese wiederum Nvidia-Chips kaufen.

📉
Die Short-Seite
Über 21 % des Portfolios in Short-Positionen
Nvidia, Micron, Oracle, Palantir, Nebius, Halbleiter-ETF, Invesco QQQ – Burrys Wette richtet sich gegen die gesamte KI-Infrastruktur-Bewertung, nicht nur gegen ein einzelnes Unternehmen.
🛡️
Die Absicherung
Kauf von Nvidia-Calls mit Fälligkeit Dezember als „Hedge“
Trotz der Short-Position kaufte Burry gleichzeitig Call-Optionen auf Nvidia – nach eigener Aussage zur Absicherung, nicht als Kurswechsel in seiner grundsätzlichen Skepsis.
🎯
Nvidias Optionsmarkt vor den Zahlen
0,60
Put/Call-Verhältnis über die gesamte Optionskette
1,29+
Put/Call-Verhältnis, Verfall Dezember 2026
33x
Trailing KGV vor Veröffentlichung
$5,2 Bio.
Marktkapitalisierung vor den Zahlen

Burry selbst beschrieb die Reaktion auf die Zahlen im Vorfeld als reinen „Münzwurf“: „Der Markt glaubt nicht daran“, schrieb er. „Heute wird der Glaube vielleicht wiederhergestellt – wie auch immer vorübergehend das sein mag.“ Bemerkenswert ist zudem, wo er selbst keine Wette eingeht: Auf die Frage, ob er auch Apple shorten würde, lehnte er ab und verglich das Unternehmen mit Costco – ein Wert, der schlicht „dauerhaft zu teuer“ sei, um regelmäßig gegen ihn zu wetten.

Nvidia Quartalszahlen Michael Burry: Beat trotz Short-Wette
Das Fazit

Nvidias Quartalszahlen selbst sind kaum zu bestreiten: 106 Prozent Umsatzwachstum, eine Prognose deutlich über der eigenen Guidance und eine noch optimistischere Wachstumsansage für das kommende Geschäftsjahr sind reale, geprüfte Geschäftszahlen – kein Hype. Gleichzeitig verdient Burrys Kritikpunkt ernsthafte Beachtung, gerade weil er sich nicht gegen die operative Nachfrage richtet, sondern gegen die Finanzierungsstruktur, mit der ein Teil dieser Nachfrage überhaupt erst entsteht. Beides schließt sich nicht gegenseitig aus: Ein Unternehmen kann echtes, starkes organisches Wachstum zeigen und gleichzeitig zunehmend auf Finanzierungskonstruktionen angewiesen sein, die im Abschwung fragiler wirken als im Aufschwung. Für Beobachter der KI-Branche lohnt sich deshalb weniger die Frage „Beat oder Miss“ als der genauere Blick auf die Bilanzstruktur hinter den Schlagzeilen.

FAQ – Nvidia Q2 FY2027 & Michael Burrys Short-Wette

Wie hoch war Nvidias Umsatz im zweiten Quartal 2026?
Nvidia meldete für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 (endend am 26. Juli 2026) einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 18 Prozent zum Vorquartal und 106 Prozent zum Vorjahreszeitraum, deutlich über der eigenen Prognose von 91,0 Milliarden Dollar sowie der Analystenerwartung von 92,3 Milliarden Dollar.
Wer ist Michael Burry und warum ist seine Meinung relevant?
Michael Burry ist Gründer von Scion Asset Management und wurde durch seine frühzeitige, öffentlich dokumentierte Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 bekannt (Thema des Buches und Films „The Big Short“). Seine Markteinschätzungen werden seither von vielen Investoren besonders aufmerksam verfolgt.
Warum wettet Burry gegen Nvidia, obwohl er einen starken Quartalsbericht vorhersagte?
Burrys Kritik richtet sich nicht gegen die operative Nachfrage nach Nvidia-Chips, sondern gegen die Finanzierungsstruktur dahinter – insbesondere gegen ein 500-Milliarden-Dollar-Finanzierungspaket, bei dem Nvidia Beteiligungen und Restwertgarantien für Kunden bereitstellt, die wiederum Nvidia-Chips kaufen. Er bezeichnet dies als „zirkuläre“ Finanzierung mit Parallelen zum Enron-Skandal.
Wie hoch ist Nvidias Umsatzprognose für die kommenden Quartale?
Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Nvidia einen Umsatz zwischen 105,8 und 110,1 Milliarden US-Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2028 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von rund 70 Prozent – deutlich über der Analystenerwartung von etwa 45 Prozent.
Warum schließt Nvidias Prognose China aus?
Nvidias Umsatzprognosen klammern Rechenzentrums-Umsätze aus China ausdrücklich aus – ein Hinweis auf anhaltende geopolitische und regulatorische Unsicherheit rund um US-Exportbeschränkungen für KI-Chips nach China.
In welche anderen Aktien investiert Michael Burry aktuell?
Neben seinen Short-Positionen gegen Nvidia, Micron, Oracle, Palantir und Nebius hält Burry laut eigenen Angaben unter anderem long Positionen in Lululemon, Molina Healthcare, Birkenstock sowie Freddie Mac und Fannie Mae.
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