Nvidia Quartalszahlen Michael Burry: Beat trotz Short-Wette
Am 26. August 2026 meldete Nvidia für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar – 106 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch vor der Veröffentlichung hatte „Big Short“-Investor Michael Burry genau dieses Ergebnis öffentlich als „lights out“ bezeichnet. Seine Konsequenz daraus: eine noch größere Short-Position gegen genau dieses Unternehmen.
96,2 Milliarden Dollar Umsatz, und die eigene Prognose lag deutlich zu niedrig
Nvidia hatte für das zweite Quartal selbst eine Umsatzspanne von 91,0 Milliarden Dollar (plus/minus 2 Prozent) in Aussicht gestellt – ausdrücklich ohne jegliche Rechenzentrums-Umsätze aus China. Am Ende lieferte das Unternehmen 96,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 Prozent zum Vorquartal und 106 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,22 Dollar, verglichen mit einer Analystenerwartung von 2,09 Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahresquartal.
Noch bemerkenswerter als der reine Rückblick war der Ausblick: CFO Colette Kress kündigte im anschließenden Earnings Call ein erwartetes Umsatzwachstum von rund 70 Prozent für das Geschäftsjahr 2028 an – deutlich über den von Analysten veranschlagten rund 45 Prozent. Für das laufende dritte Quartal stellte Nvidia eine Umsatzspanne von 105,8 bis 110,1 Milliarden Dollar in Aussicht.
„Wir haben Lieferkapazität für 70 Prozent Wachstum. Unsere Nachfrage ist deutlich höher als das.“
— JENSEN HUANG, CEO NVIDIA · EARNINGS CALL, 26. AUGUST 2026Eine siebentägige Verlustserie, dann eine Erholung, dann die Zahlen
Der Kontext vor der Veröffentlichung war angespannter, als die Rekordzahlen vermuten lassen. Die Nvidia-Aktie hatte zuvor eine siebentägige Verlustserie hinter sich – die längste seit 2022 –, ausgelöst durch branchenweite Zweifel, ob sich die gewaltigen KI-Infrastruktur-Investitionen der Tech-Konzerne tatsächlich auszahlen. Erst am Dienstag vor der Veröffentlichung erholte sich die Aktie um rund 2,19 Prozent. Im gesamten August war der Kurs dennoch von 200,75 Dollar Ende Juli auf 214,72 Dollar am 21. August gestiegen – ein Plus von rund 7 Prozent, bei einer Marktkapitalisierung von etwa 5,2 Billionen Dollar.
Nach Veröffentlichung der Zahlen zog die Aktie im nachbörslichen Handel weiter an. Laut Bloomberg stiegen die Futures auf den technologielastigen Nasdaq 100 am Folgetag um etwa 1 Prozent – ein Signal, dass Nvidias optimistischer Ausblick zumindest kurzfristig die Sorge dämpfte, der KI-Investitionsboom verliere an Schwung.

Michael Burrys Wette: „Lights out“-Zahlen erwartet, trotzdem short
Vielleicht die ungewöhnlichste Randnotiz des Quartals: Michael Burry, Gründer von Scion Asset Management und bekannt geworden durch seine frühzeitige Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008, sagte bereits am 24. August auf seinem Substack „Cassandra Unchained“ ein „lights out“-Ergebnis für Nvidia voraus – exakt das, was zwei Tage später eintraf. Seine Schlussfolgerung daraus war jedoch keine Kurskorrektur seiner eigenen Position, sondern das Gegenteil: Laut eigenen Angaben hält er weiterhin Short-Positionen gegen Nvidia, ergänzt um Micron, Oracle, Palantir, Nebius, den iShares-Halbleiter-ETF sowie den Invesco QQQ Trust – zusammen über 21 Prozent seines gesamten Portfolios, ohne Optionen mitgerechnet.
Sein Hauptkritikpunkt richtet sich nicht gegen die operative Nachfrage nach Nvidia-Chips, sondern gegen die Finanzierungsstruktur dahinter. Anfang August hatte er ein 500-Milliarden-Dollar-KI-Infrastruktur-Finanzierungspaket, bei dem Nvidia Berichten zufolge 25-Prozent-Beteiligungen übernimmt und Restwertgarantien beim Chip-Kauf seiner eigenen Kunden bereitstellt, öffentlich als „Wall-Street-Trick“ bezeichnet – mit, in seinen eigenen Worten, „Anklängen an Enron“. Seine Sorge: Ein Teil der beeindruckenden Umsatzzahlen entstehe durch zirkuläre Finanzierungskonstruktionen, bei denen Nvidia seinen eigenen Kunden das Kapital zur Verfügung stellt, mit dem diese wiederum Nvidia-Chips kaufen.
Burry selbst beschrieb die Reaktion auf die Zahlen im Vorfeld als reinen „Münzwurf“: „Der Markt glaubt nicht daran“, schrieb er. „Heute wird der Glaube vielleicht wiederhergestellt – wie auch immer vorübergehend das sein mag.“ Bemerkenswert ist zudem, wo er selbst keine Wette eingeht: Auf die Frage, ob er auch Apple shorten würde, lehnte er ab und verglich das Unternehmen mit Costco – ein Wert, der schlicht „dauerhaft zu teuer“ sei, um regelmäßig gegen ihn zu wetten.
Nvidias Quartalszahlen selbst sind kaum zu bestreiten: 106 Prozent Umsatzwachstum, eine Prognose deutlich über der eigenen Guidance und eine noch optimistischere Wachstumsansage für das kommende Geschäftsjahr sind reale, geprüfte Geschäftszahlen – kein Hype. Gleichzeitig verdient Burrys Kritikpunkt ernsthafte Beachtung, gerade weil er sich nicht gegen die operative Nachfrage richtet, sondern gegen die Finanzierungsstruktur, mit der ein Teil dieser Nachfrage überhaupt erst entsteht. Beides schließt sich nicht gegenseitig aus: Ein Unternehmen kann echtes, starkes organisches Wachstum zeigen und gleichzeitig zunehmend auf Finanzierungskonstruktionen angewiesen sein, die im Abschwung fragiler wirken als im Aufschwung. Für Beobachter der KI-Branche lohnt sich deshalb weniger die Frage „Beat oder Miss“ als der genauere Blick auf die Bilanzstruktur hinter den Schlagzeilen.
FAQ – Nvidia Q2 FY2027 & Michael Burrys Short-Wette
Wie hoch war Nvidias Umsatz im zweiten Quartal 2026?
Wer ist Michael Burry und warum ist seine Meinung relevant?
Warum wettet Burry gegen Nvidia, obwohl er einen starken Quartalsbericht vorhersagte?
Wie hoch ist Nvidias Umsatzprognose für die kommenden Quartale?
Warum schließt Nvidias Prognose China aus?
In welche anderen Aktien investiert Michael Burry aktuell?
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